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Das Violoncello

Zur Einstimmung in unsere Überblicksseite für das Violoncello zeigen wir eine Fotografie von Man Ray von 1924, die er "Le Violon d'Ingres" genannt hat und die mit einfachsten Mitteln den Körper einer Frau mit dem Korpus eines Cellos assoziiert, sowie zwei Adaptationen dieses Werks, die zur Zierde eines Filmplakats ("The Red Violin" von François Girard, 1998) sowie eines Plattencovers (Apocalyticas 4. Album "Reflections", 2003) verwendet wurden.

Man Ray: Violon d'Ingres im J. Paul Getty Museum - Los Angeles/USA, © Man Ray Trust ARS-ADAGP
Redviolin via Wikipedia
"Reflectionsrevised" by Source. Licensed under Fair use via Wikipedia

Außerdem kann man ein Lied von Udo Lindenberg hören, in dem eine Cellistin die Hauptrolle spielt.

Udo Lindenberg: Cello (Live Baden Baden 2008) (Songtext)

Einordnung

Das Violoncello (Plural: Violoncelli; Kurzform: Cello), ist ein Streichinstrument, das (wie die anderen Streichinstrumente) aus verschiedenen Holzarten gefertigt wird. Das Wort "Violoncello" stammt aus dem Italienischen und bedeutet soviel wie „kleiner Violone/Kontrabass“. Im Deutschen wurde dieses Instrument früher auch Bassgeige genannt.
Im Gegensatz zur Violine und Viola wird das Cello (mit dem Hals nach oben) aufrecht zwischen den Beinen gehalten und steht heute meist mit einem ausziehbaren Stachel auf dem Boden.

Entwicklung und Bau

Das Violoncello ist der Bass der Viola-da-braccio-Familie, einer Gattung von Streichinstrumenten, die im 15. und 16. Jahrhundert (nach 1535) parallel zu den Gamben in Norditalien entwickelt wurde. Diese Instrumente hatten drei oder vier in Quinten gestimmte Saiten, es gab aber auch solche mit fünf Saiten.

Bekannte Geigenbauer des 16. Jahrhunderts, die auch Celli herstellten, sind u. a. Andrea Amati (ca. 1505–1577), Gasparo da Salo (1540–1609) und Giovanni Paolo Maggini (1581–1632). Antonio Stradivari (etwa 1644–1737) verkleinerte den Schallkörper geringfügig und etablierte die bis heute gültigen Maße.

Der Korpus des Cellos (75–76 cm) ist ebenso wie der der Viola (Bratsche, 40-48cm) im Verhältnis zur Stimmung ihrer Saiten zu klein. Im Vergleich zur Violine ist ein Cello normalerweise um eine Duodezime tiefer gestimmt, um eine Oktave tiefer im Vergleich zur Viola; der Korpus des Cellos müsste deshalb eigentlich die dreifache Größe einer Violine (35-36 cm) haben, d. h. um die 115cm lang sein. Damit wäre das Cello jedoch ungefähr so groß wie ein Kontrabass (100-140 cm). Tatsächlich beträgt der Größenunterschied zwischen Cello und Violine aber nur etwa das Zweifache.

Dass Bratsche und Cello einen kleineren Korpus haben, als es die Physik nahezulegen scheint, ist das Ergebnis einer jahrhunderlangen Entwicklung. Dabei spielte das Verhältnis der menschlichen Körpergröße zum Instrument eine wichtige Rolle: Je größer das Instrument, desto länger müssen Arme und Finger sein, desto kräftiger muss der Druck von Fingern und Bogen auf die Saiten sein, desto schwerer werden die Bögen, desto stärker muss z. B. bei der Bratsche der linke Arm gestreckt werden und desto kleiner ist dann der physiologisch mögliche Radius, den Unterarm und Hand gedreht werden können, um die Saiten zu greifen.

Dieses Verhältnis von Körpergröße und Instrument bedingt möglicherweise auch, dass mehr Menschen Violine und Cello spielen als Bratsche und Kontrabass, da sie eher der durchschnittlichen Körpergröße eines Menschen angepasst sind, und dass die Spieler größerer Instrumente eher Körperschäden durch das Spielen davontragen.

Um das durch die verringerte Größe des Korpus bedingte, veränderte Resonanzverhalten auszugleichen, wurden im Laufe der Zeit zahlreiche Anpassungen der Mensur (Abmessungen wie Halslänge, Zargenhöhe, Korpusbreite usw.) vorgenommen, die heute für den spezifischen Klang der Instrumente verantwortlich sind; auch heute wird noch in diese Richtung geforscht und experimentiert.

Julian Lloyd Webber und Colosseum II: Variations
von A. L. Webber

Die wenigen noch erhaltenen Instrumente des berühmtesten und besten Geigenbauers Stradivari werden heute für Millionen Euro gehandelt, sie werden teilweise als nationale Heiligtümer betrachtet, deren Verkauf ins Ausland möglichst verhindert werden sollte.
Von diesen rund 300-jährigen Instrumenten geht eine eigenartige Faszination aus, sie scheinen noch mehr Eigenleben und Seele zu haben, als den meisten (handgefertigten) Instrumenten ohnehin schon zugeschrieben wird. So schrieb der mexikanische Cellist Carlos Prieto 1998 ein Buch über "Die Abenteuer eines Cellos" (Las Aventuras de un Violonchelo), in dem er die Geschichte "seines" Cello, des berühmten, von Antonio Stradivari 1720 geschaffenen "Piatti" erzählt.

"Die Geburt des Piatti fand während derselben Zeit statt, als das Cello einen herausgehobeneren Platz in der Geschichte der Musik einzunehmen begann. Sie überschnitt sich in der Tat mit dem Zeitpunkt, an dem Johann Sebastian Bach seine sechs Solo-Suiten für Cello (ca. 1720) komponierte, die erste grundlegende Arbeit in der Geschichte dieses Instruments."

Musik für Cello

Instrumentalkonzerte, in denen das Violoncello Solopartien zugewiesen bekam, prägte vor allem Antonio Vivaldi. Von ihm sind 27 Violoncello-Konzerte erhalten.

Bonnie Hampton, Kyeong Hwa und das California Philharmonic Youth Orchestra: Concerto für zwei Cellos in G-Moll, RV 531 von A. Vivaldi

Doch auch Bach widmete ihm besondere Aufmerksamkeit; die Journalistin Christiane Krautscheid schreibt:

"… Niemals zuvor hatte ein Komponist für dieses Instrument Werke von solcher Perfektion, von vergleichbarer harmonischer Komplexität und Polyphonie geschrieben. Wer beim Zuhören die Augen schließt, wird kaum glauben, dass nur ein einziges Soloinstrument gespielt wird. In den sechs Suiten verlangt Bach vom Interpreten spieltechnische Meisterschaft, eine außerordentliche Lagen-, Finger- und Bogentechnik, die Beherrschung von drei- und vierstimmigen Akkorden und hervorragende Fähigkeit zu differenzierter Artikulation. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad von Suite zu Suite, gleich einem "Gradus ad Parnassum", und damit auch die Fülle an Gestaltungselementen. Vier der Suiten stehen in Dur, zwei in Moll, für die erste und die letzte Suite wählt Bach jeweils eine Kreuztonart. Der Gang durch die Tonarten von Suite zu Suite festigt den Eindruck des "Aufsteigens" hin zum leuchtenden D-Dur, das nach der barocken Tonartenlehre als Tonart des Lebendigen, Ermunterndem gilt.
Die Idee Bachs, ein Werk solcher Ausmaße für Cello solo zu schreiben, war zu seiner Zeit neu; nur für Violine und Viola da Gamba existierte bereits ein schmales Solorepertoire.…"

Cello Suiten von Johann Sebastian Bach

Nachfolgend werden sämtliche Suiten von J. S. Bach von bekannten Cellisten gespielt und können direkt angehört werden:

Pablo Casals: Cello Suite Nr.1 in g-Moll (BWV 1007)

Peter Schmidt: Cello Suite Nr.2 in d-Dur (BWV 1008)

Jean-Guihen Queyras: Cello Suite Nr.3 in c-Moll (BWV 1009)

Mstislav Rostropowitsch: Cello Suite Nr.4 in es-Dur (BWV 1010)

Anner Bylsma: Cello Suite Nr.5 in c-Moll (BWV 1011)

Nikolaus Harnoncourt: Cello Suite Nr.6 in d-Moll (BWV 1012)

Auch der Schriftsteller Wolf Wondratschek veröffentlichte 2003 eine Erzählung, in der er ein anderes berühmtes Cello von Stradivari, das „Mara“, seine Geschichte erzählen lässt.
Er kann sich sogar vorstellen, als Cello wiedergeboren zu werden, wie er in einem Interview mit der "neue musikzeitung" gesteht:

neue musikzeitung: Als Instrument wiedergeboren – welches wären Sie (gerne)?

Wondratschek: Erraten, ein Cello. Nicht unbedingt „Mara“ – oder eines aus der Stradivari-Gang. Auf diesen Familiennamen wäre ich nicht versessen. Was mich zu dieser Wahl veranlasst, ist der Klang dieses Instruments. Weshalb ich als kleiner Bub mich ja (und das selbstständig) entschieden habe, mir einen Cellolehrer anzuschaffen und mich elf Jahre privat unterrichten ließ. Ich habe das alles noch gut im Ohr. Und denke deshalb: Warum nicht also gleich als Klang wiedergeboren werden dürfen, als der einer D-Saite zum Beispiel? Kleine Bitte: Klang, ja, aber ohne allzuviel Vibrato.

Das Cello in Klassik und Populärmusik

Nachfolgend eine kleine Auswahl von bekannten Stücken aus Klassik und Populärmusik, die für Cello arrangiert und ausschließlich von Cellist*innen gespielt werden, sowie neueren Kompositionen für Cello sowie eine künstlerische Performance mit dem Cello.

Boston Cello Quartet: Adagio g-Moll
von T. Albinoni (R. Giazotto)

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker:
Mas que nada von S. Mendes &
Pink Panther von H. Mancini

CELLOMANIA CROATA:
Bachianas Brasileiras No. 1 (I. Introduction)
von H. Villa-Lobos

quattrocelli: Spiel mir das Lied vom Tod von E. Morricone

Apocalyptica: Enter Sand Man von Metallica

Ulrike Brand: Etudes Boreales von J. Cage

String Theory und Columbia SHARP:
Don't You Worry Child von Swedish House Mafia

David Stromberg: Spiele, Zeichen, Botschaften von G. Kurtág

Triple Door Cello Quartet: Stairway To Heaven von Led Zeppelin

2CELLOS: Thunderstruck von AC/DC

The 4cellists: Bolero von M. Ravel

Çellistanbul: Uzun İnce Bir Yoldayım von A. Veysel

Theresa Wong: Charlottes Groove - in memoriam Charlotte Moorman

Cello lernen

Um ein Meister oder eine Meisterin des Cellospiels zu werden, ist sicherlich ein früher Beginn von großem Vorteil; aber jeder kann zu jeder Zeit das Spiel dieses Instrumentes (und anderer) lernen und es darin soweit bringen, dass er/sie damit für Spaß und Unterhaltung sorgen kann.

Kinder lernen am besten das, was Spaß macht oder spannend ist. Was schwierig und zu kompliziert ist, entmutigt die meisten schnell. Kinder sollten deshalb auch beim Cello-Lernen und -Üben vor allem Spaß haben; dadurch entwickeln sie auch schneller ein eigenes Gefühl für das Instrument sowie für die Interpretation der Musikstücke.

Ein wichtiger Aspekt ist die Größe des Instrumentes.

"Für Kinder, die das Instrument erlernen, gibt es neben dem normalen 4/4-Violoncello (Korpuslänge etwa 75 cm) auch Instrumente in kleineren Ausführungen. Die Größen reichen von 1/16 über 1/8 (Kl. 51 cm), 1/4 (59 cm), 1/2 (65,5 cm), 3/4 (69 cm) bis zum 7/8-Violoncello (72 cm). Aus der Bruchzahl lässt sich aber nicht direkt auf die Größe des Instruments schließen. So beträgt die Größe eines 3/4 Violoncellos etwa 90% eines 4/4 Violoncellos, die eines 1/8 Violoncellos noch 65%." (Wikipedia)

Wenn man sich entscheidet, Cello zu lernen oder sein Kind Cello lernen zu lassen, sollte man auch auf die äußeren Bedingungen acht geben. Genervte Nachbarn z. B. können einem den Spaß schnell verleiden; denn es kann eine Weile dauern, bis man auf einem Streichinstrument angenehme Töne erzeugt. Den richtigen Ton zu treffen, ist hier weitaus schwieriger als z. B. beim Klavier.

Wenn man sich dazu entschieden hat, Cello-Unterricht zu nehmen (oder sein Kind Unterricht nehmen zu lassen), stellen sich bald weitere Fragen: Woher bekomme ich ein Instrument? Wie teuer ist dies? Nach welcher Methode soll der Unterricht stattfinden? Wie finde ich einen Lehrer oder eine Lehrerin?
Woher bekomme ich ein Cello?
Am Anfang ist es am besten, sich ein Instrument auszuleihen; denn es kommt oft vor, dass sich das Violoncello doch nicht als das Instrument herausstellt, mit dem man (das Kind) am meisten Spaß hat. Wenn man dann schon ein Cello gekauft hat - und ein einigermaßen brauchbares Cello kostet zwischen 800 und 1500€ - dann muss man dieses entweder wieder verkaufen oder hat ein solch teures Instrument nutzlos zu Hause herumstehen.
Nach welcher Methode soll gelernt werden?
Soll der Schwerpunkt z. B. auf das Gehör oder auf das Notenlesen gelegt werden? Der japanische Violinpädagoge Suzuki Shin’ichi hat die nach ihm benannte Suzuki-Methode entwickelt, bei der das Spielen eines Instrumentes mit dem Erlernen der Muttersprache vergleichbar ist: Kinder lernen ab drei Jahren allein nach dem Gehör.
Andere Musikpädagogen setzen dagegen bevorzugt auf das Lernen nach Noten.
Ein gutes Gehör ist jedoch beim Erlernen eines Streichinstrumentes immer von enormer Bedeutung, da der richtige Ton allein an seinem Klang erkannt werden kann. Zu Anfang werden zwar manchmal Punkte an entsprechende Stellen des Griffbretts geklebt, die einen bestimmten Ton anzeigen, letztlich kann dies aber nur eine kleine, vorübergehende Hilfestellung sein.
Wie finde ich eine*n Lehrer*in?
Mancher Erwachsene mag sich fragen, ob er das Cello-Spielen nicht auch als Autodidakt mit Hilfe eines Lehrbuchs bzw. nach Video-Anleitung lernen kann? Obwohl es erste Lehrbücher schon seit rund 200 Jahren gibt und in neuerer Zeit Videos an Bedeutung gewinnen, besteht doch die Gefahr, dass man sich im Selbststudium Dinge, wie z. B. Körperhaltung und Fingerstellungen sowie Bogenhaltung und -führung falsch angewöhnt und sie hinterher nur mühsam wieder korrigieren kann (andererseits kann man auf diese Weise aber auch Techniken finden, die für einen selbst viel besser funktionieren als die allgemein üblichen). Ein Fachmann bzw. eine Fachfrau kann aber auch in diesem Fall niemals schaden: er oder sie kann zumindest manchen guten Rat, manch nützlichen Hinweis geben.

Cello-Akademie Rutesheim: Die Glorreichen Sieben von E. Bernstein

Die meisten Menschen werden aber am besten und am liebsten von einem sachkundigen Mitmenschen angeleitet, der ihnen sympathisch ist und der ihnen schrittweise die Spieltechnik, das Hören und alle weiteren notwendigen Dinge nahebringt, die es für ein gutes Cello-Spiel braucht; neben der Sachkunde ist jedoch - gerade auch bei Kindern - die (gegenseitige) Sympathie sehr wichtig, da sie großen Einfluß auf den Spielspaß und damit auch auf den Lernfortschritt hat.
Wenn Sie hier angelangt sind, ist "Legaaato - das Portal für Streichinstrumentenunterricht" sicherlich die erste Wahl, eine Cello-Lehrerin oder einen Cello-Lehrer zu finden (doch es gibt auch andere derartige Portale, das sei hier nicht verschwiegen - siehe unten: Mehr Quellen zu Wissen und Vollkommenheit) oder auch öffentliche Musikschulen in der Nähe.
Bei den meisten Lehrer*innen kann man kostenlose Probestunden nehmen, um sich gegenseitig kennenzulernen.

Felix Seiffert: Cello lernen - Die Töne in der 1. Lage

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